Mein Problem mit den #PanamaPapers

Vor gut einer Stunde wurden die sogenannten PanamaPapers veröffentlicht. 400 Journalisten haben weltweit über ein Jahr recherchiert und Dokumente gesichtet. 2,6 Terabyte Daten, 11,5 Millionen Dateien. Viele Mächtige finden sich in den Unterlagen, Putin, Asad, die FIFA. Nicht wirklich überraschend, aber sehr gut, dass nun die Politik unter Druck geraten wird, Offshore-Firmen und Steuerparadise weiter zu schließen. Eine sensationelle Leistung aller beteiligten Medien. Im Moment sind die Folgen noch nicht abzuschätzen.

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Ein Vorbild deutscher Integrationspolitik

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Die erste steife Herbstbrise hatte Berlin voll im Griff. Kadir schlenderte durch die deutsche Hauptstadt, den Schal dicht ins Gesicht gezogen. Er war auf den Tag genau vor 35 Jahren, am 20. Oktober 2014, geboren worden. Er lächelte über die Ironie, die unsere Geschichte manchmal bereithält. Er dachte zurück an seine Kindheit, als er auf dem Schoß seines Vaters saß und der ihm davon erzählte, wie die Medien beifallklatschend über die Demonstrationen in Leipzig berichteten. Er sah die Tränen seines Vaters, der für seine Kinder das Leben in Anatolien aufgegeben hatte, damit Kadir und seine Geschwister es einmal besser haben würden. In Deutschland waren seine Eltern willkommen, galten sie doch als günstige Arbeitskräfte. Morgens wurden sie in die Fabriken transportiert, am Abend und am Wochenende sich selbst überlassen. Bis zu der Zeit, die Deutschland veränderte, bis zur Gründung der Partei. Kadir kaufte sich am Kiosk ein Croissant, achtete darauf, nicht sein Gesicht zu zeigen und sich mit perfektem Deutsch zu bedanken. Zu gefährlich war es für Menschen wie ihn, sich öffentlich zu zeigen.

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Frank Schirrmacher (1959-2014)

Ich bin unendlich traurig, voller Sorge und wütend auf mich selbst. Am Donnerstag ist viel zu früh Frank Schirrmacher verstorben. Ich hatte nie das große Glück, Frank Schirrmacher persönlich zu treffen. Im letzten Jahr hatten wir uns auf ein kleines Gespräch abseits einer Veranstaltung in Hamburg verabredet, an der er teilnahm. Ich habe abgesagt, weil ich arbeiten musste, ich hatte es versäumt, rechtzeitig Urlaub einzureichen. Heute fühlt es sich an, als hätte ich einen Freund verraten und eine wunderbare Chance verpasst, die das Leben nicht all zu oft bereit hält.

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Was war nur schiefgelaufen?

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Die ersten Herbststürme erreichten Berlin. Innenminister Christopher Lauer saß in seinem Dienstwagen und wurde von seinem Chauffeur ins Schloss Bellevue gefahren. Lauer dachte zurück, an die letzten Jahre, den Kampf, Erfolge und Niederlagen. Er lächelte: 22 Jahre waren es jetzt her, seit er und 14 weitere Mitstreiter in das Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen waren. Politische Sensation wurde es damals genannt, eine Protestwahl, eine Eintagsfliege. Doch die Piraten hatten alle Kritiker Lügen gestraft. 2017 erreichten sie bei der Bundestagswahl sensationelle 5,4%, in den Jahren zuvor waren sie mehrfach totgeschrieben worden, nun zogen in den Deutschen  Bundestag ein. Die gleichen Experten, die in den Jahren zuvor die Piraten als Chaostruppe bezeichnet hatten, erklärten im Oktober 2017 warum die Piraten die neue fünfte Kraft im Parteienspektrum seien, nachdem die FDP endgültig pulverisiert wurde. Nach Lauers Karriere in Berlin sollte nun seine große Bundestagskarriere beginnen.

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Blogblues

Ich quäle mich gerade mehr oder weniger zu diesen Zeilen. Ich habe im Moment absolut keinen Lust, zu bloggen. Warum? Es ist und bleibt wie auf jedem anderen Blog immer das gleiche: In Politik und Gesellschaft, der Wirtschaft ändern sich die Namen, die Missstände bleiben die selben. Es ändert sich kaum Etwas. Ich habe das Gefühl, über Alles schon geschrieben zu haben. Ich hatte die Hoffnung, am Anfang mit der GröNaZ neu starten zu können, aber reine Satire hat mich zu sehr eingeschränkt, auch hier ändern sich Stichworte, den Rest gab es schon, das gleiche Phänomen ist beim Postillon zu beobachten.

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Warum Edward Snowden die falschen Daten veröffentlicht hat

EdwardSnowden

Wir leben in der Post-Snowden-Ära. Vor einem Jahr noch wurden Mitglieder des Chaos Computer Clubs, obwohl der CCC selbst mittlerweile hohe gesellschaftliche Akzeptanz genießt, zumeist als Verschwörungstheoretiker verunglimpft. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden, Glen Greenwald und anderen ist selbst in der deutschen Politik angekommen: Nichts ist in der weltweiten Überwachung unmöglich. Und doch wird sich nichts ändern, es wird kein Kampf gegen die allgegenwärtige Überwachung geführt. Es wird ein Kampf um die Akzeptanz und Notwendigkeit der Überwachung geführt, sie ist notwendig, um gegen Terrorismus, Kinderpornografie und schweren Verbrechen zu obsiegen. Edward Snowden hat Großes geleistet und seine gesellschaftliche Existenz geopfert. Und doch hat Snowden die falschen Daten veröffentlicht.

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Sherlock lives

sherlock

Sherlock ist zurück, eine der wohl großartigsten Serien aller Zeiten. In der ersten Folge der dritten Staffel zünden Benedict Cumberbatch und Martin Freeman ein Gag-Feuerwerk nach dem anderen, auf der Strecke bleibt dabei ein wenig die Story, der Inhalt. Doch das lässt sich leicht verschmerzen.

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